Verlegung purnaturdielen®

Inhaltsverzeichnis

  1. Technik - im Detail
  2. Einleitung
  3. Allgemeine Vorbereitungen für die Verlegung
  4. Detailbeschreibung
    1. Verlegung auf Kreuzlattung
    2. Charakteristik und Eigenschaften der Verlegevariante „Kreuzlattung“
    3. Verschraubung der Dielen
    4. Oberflächenvorbereitung, Nachschleifen
    5. Oberflächenbehandlung
  5. Hinweise und Kontaktadressen

Technik – im Detail

Es gibt viele verschiedene Verlegemöglichkeiten, die wesentlichen sind unten genannt. Wir beschreiben aber nur die Verlegung auf Kreuzlattung im Detail und dazu grundlegende Punkte auf die Sie achten sollten.

Verlegemöglichkeiten von purnaturdielen® massiv oder 3-Schicht-Dielen

  • Auf Kreuzlattung
  • In Kombination mit Fußbodenheizung
  • Auf bestehender Balkenanlage
  • Auf Pavatex
  • Auf Holzwerkstoffplatten

Einleitung

purnaturdielen® ist ein Produkt, welches mit einem hohen Maß an Handarbeit hergestellt wird. Schon bei der Auswahl der Rohmaterialen wird auf hohe Qualität und nachhaltige Forstwirtschaft Wert gelegt. Nur so ist es möglich, auch in den nächsten Jahrzehnten ein, in Qualität und Ausdruckstärke, einmaliges Produkt herzustellen. Dies gilt sowohl für unsere Douglasie-Massivdielen als auch die verleimte Variante, ob auf Multiplexplatte oder als 3-Schicht-Diele mit unserem Sägefurnier als sichtbare Decklage.

Nachfolgend erfahren Sie die notwendigen Arbeitschritte und Hinweise, wie Sie bei der Verlegung von purnaturdielen® optimal vorgehen – um sowohl die Qualität, als auch das Endergebnis zu sichern.

Es kann bei purnaturdielen® in raumlanger Ausführung und damit teils extremen Dimensionen bis über 4m² pro Stück vorkommen, dass Sie mit kritischen Blicken und Anmerkungen bedacht werden. Lassen Sie sich dadurch bitte nicht verunsichern oder von Ihrer Entscheidung abbringen. Wir sind überzeugt von unseren Produkten und klären gerne im persönlichen Dialog Ihre Rückfragen.

Allgemeine Vorbereitungen für die Verlegung

Für einen purnaturdielen®-Massivholzboden, dürfen Sie keine Kompromisse, in Bezug auf Feuchtigkeit eingehen. Alle Dielen haben eine Restfeuchte von 8-10%. Diese Restfeuchte ist notwendig, um in der Heizperiode nicht zu große Fugen entstehen zu lassen. Im Gegenzug ist es aber sehr wichtig dafür Sorge zu tragen, dass die Dielen nur unwesentlich Feuchtigkeit aufnehmen können. Holz ist ein offenporiger Werkstoff, der sehr schnell reagiert und innerhalb nur weniger Tage bis zu 3% Feuchtigkeit aufnehmen kann. Die natürlichen Klimabedingungen ergeben eine Holzfeuchte zwischen ca. 11 und 16%, je nach Region, Jahreszeit und dementsprechender Wetterlage. In einem zentral geheizten Haus dagegen, stellt sich eine Holzfeuchte zwischen 7 und 12% ein. Diese Schwankungen sollten auf ein Minimum reduziert werden. Massivholz und auch Schicht-verleimte Produkte können enorme Kräfte bei Schwund- oder Quellvorgängen entwickeln. Deshalb sind gewisse Vorsichtsmaßnahmen notwendig.

Die Terminierung zur Verlegung sollte diese Eigenschaft berücksichtigen. Wenn nicht, würde dies unweigerlich zu erheblichen Folgekosten führen. Bitte prüfen Sie deshalb stets die Umgebungsluft und die Unterkonstruktion auf deren Feuchtegehalt. Diese darf je nach Temperatur gewisse Grenzwerte auf keinen Fall überschreiten.

Bitte weisen Sie auch Ihren Handwerker / Fußbodenleger darauf hin. Im übrigen ist bei allen hygroskopischen Werkstoffen eine Quell- oder Schwundbewegung zu beobachten. Gegebenenfalls müssen Sie Raumtrockner einsetzen, um den Trocknungsprozess von zum Beispiel „Nass-E-Strich“ zu beschleunigen.

  1. Die Relative Luftfeuchtigkeit während der Verarbeitung der Dielen sollte im optimalen Fall zwischen 45% und maximal 60% betragen.
  2. Sorgen Sie dafür, dass grundsätzlich keine Gewerke parallel auf der Baustelle arbeiten, welche die Qualitätssicherung der Dielen beeinträchtigen.
  3. Gewerke mit Wassereintrag ( Maler, Gipser, etc. ) müssen abgeschlossen sein. Der Fußboden ist eigentlich das letzte Gewerk, bevor Sie einziehen.
  4. Extreme Raumtemperaturen müssen vermieden werden. So ist eine Raumtemperatur von 18 bis maximal 24° zu empfehlen.
  5. Bei der Verwendung von ergänzenden Hölzern, Kanthölzern, Latten etc. ist grundsätzlich trockenes, sowie gehobeltes Holz zu verwenden. Am besten eignet sich „Konstruktions-Vollholz“ (KVH). Diese Hölzer sollten eine Holzfeuchte von ca. 10-12% aufweisen.
  6. Nach der Entladung sollten Sie die Dielen auf eventuelle Transportschäden überprüfen. Etwaige Mängel sind unverzüglich zu melden. Sollten die Dielen im ungünstigsten Fall auf der Baustelle gelagert werden müssen, so ist eine gleichbleibende Holzfeuchte durch eine entsprechende Folienverpackung zu gewährleisten.
  7. Unebenheiten über 2 mm/qm Höhe müssen vor der Verlegung ausgeglichen werden.
  8. Zum Zusammenfügen der Dielen ist nur mäßiger Kraftaufwand vonnöten.
  9. Holz ist ein Naturprodukt und kann je nach Struktur und Farbe unterschiedlich ausfallen. So bedeutet beispielsweise ein erhöhter Astanteil nicht unbedingt eine minderwertigere Qualität. Um unsere purnaturdielen® noch besser zur Geltung zu bringen, empfehlen wir die Dielen auf „Fuge“ zu verlegen. Je nach Dielenbreite reichen 1 bis max. 3mm. Falls Sie aber „dicht“ verlegen wollen, müssen Sie für das „Ausdehnen“ der Dielen eine Fuge zu den Innenwänden, sowie anderen Bauteilen, wie Stützen, Pfosten, Treppen etc. von 10-15mm (je nach Raumgröße) berücksichtigen.
  10. purnaturdielen® müssen nach der Verlegung für die nachfolgende Oberflächenendbehandlung gegebenenfalls leicht nachgeschliffen und auf jeden Fall gereinigt werden. Feucht abwischen und abtrocknen lassen.
  11. Bei der Oberflächenendbehandlung sind stets die Verarbeitungsrichtlinien der Herstellerfirmen zu beachten. Dieses gilt auch bei der späteren Alltagspflege. Wir raten daher nur die von purnaturdielen® empfohlenen Pflege-Produkte zu verwenden.

Der professionelle Einbau von purnaturdielen® lässt sich in 5 Schritte einteilen:

  • Prüfung Raum-und Luftfeuchte ggf. Erstellung einer Feuchtigkeitssperre
  • Herstellung der Unterkonstruktion
  • Verlegung der Dielen mit oder ohne Fugen
  • Oberflächenvorbereitung, nachschleifen und reinigen
  • Oberflächenendbehandlung

Detailbeschreibung

Verlegung auf Kreuzlatten

  1. Untergrundvorbereitung und Prüfung, Erstellung der Feuchtigkeitssperre

    Den Rohbeton gut von Schmutz der vorherigen Gewerke befreien („Besenrein“) Der Untergrund wird dann grundsätzlich mit einer Feuchtigkeitssperre nach DIN gegen aufsteigende Feuchtigkeit abgedichtet. Vorab sollte eine Messung der Feuchtigkeit vorgenommen werden.

    Achten Sie darauf, dass in der Installationsebene „Kreuzungspunkte“ von anderen Gewerken wie zum Beispiel Heizungsrohre/Elektrikkabel etc.. so ausgeführt sind, dass die Stabilität in der Unterkonstruktion nicht durch zu hohe Kreuzungspunkte der Installationen beeinträchtig wird. Andernfalls können später beim Begehen des Fußbodens Knarr-Geräusche auftreten.
  2. Herstellung der Unterkonstruktion

    Für die Erstellung der Lagerholzkonstruktion sind ausschließlich Konstruktions-Vollhölzer -KVH- mit einer Holzfeuchte von 10-12%. Je nach Aufbauhöhe werden die passenden Dimensionen miteinander kombiniert.
    1. Befestigung der Hölzer

      Die Befestigung der Hölzer erfolgt mittels „Dübel“ oder Winkel im Untergrund. Sofern eine Schallübertragung zum Untergrund vermieden werden soll, wird die Verschraubung nur zwischen den beiden Lagen der Unterkonstruktionshölzer getätigt (Kreuzlattung) und keine Verdübelung im Estrich vorgenommen.
    2. Aussparungen für die Installationsebene
      In der unteren Lage des Konstruktionsholzes sind Aussparungen für die Installationsebene einzuhalten. Zu empfehlen sind Lagerholzformate 60/60 oder 60/80mm. Diese werden in einem Abstand von ca. 600-650 mm (lichter Lagerabstand) verlegt.
    3. Lagerhölzer

      Diese müssen durchgehend sein und – falls notwendig - in der Länge überlappend gestoßen werden.
  3. Türöffnungen

    In den Türöffnungen ist zwingend ein fester Tritt erforderlich. Hier unbedingt auf einen Längenstoß verzichten und optimalerweise das Schwellenholz im Untergrund befestigen.
  4. Zweite Lage der Kreuzlattung

    In der zweiten Lage der Kreuzlattung wird am besten das Format 60/60 oder 60/80 verwendet. Alternativ geht auch ein 40/60mm, flachliegend. Hierbei müsste aber der untere Lagerabstand aus Stabilitätsgründen verringert werden. Zur Verschraubung eignen sich am besten „Torx“ Schrauben vom Fachhandel.
  5. Lagerabstand

    Der Lagerabstand in der zweiten Lage hängt von der Dielenstärke ab. Bei 20mm Dielenstärke ca. 400 mm Lagerabstand, bei 28 mm Dielenstärke ca. 600 mm Lagerabstand, sowie bei 35 mm Dielenstärke bis ca. 800 mm.
  6. Die Zwischenräume sollten mit Schall- und/oder Wärmedämmung versehen werden. Hierbei empfehlen wir den Einsatz von ökologischen Materialien wie zum Beispiel Holzfaserplatten / Pavatex, Zellulosefaserplatten, oder Schüttungsmaterialien wie Blähton, Perlit-Gestein, Zellulose, Kork etc.
    Prüfen Sie vor der Verschraubung der Dielen die Festigkeit der Lagerholzkonstruktion. Knarrgeräusche, sowie Schwingungen müssen zu diesem Zeitpunkt durch eine weitere Unterfütterung der Unterkonstruktion behoben werden. Eine spätere Übertragung etwaiger Mängel, die dann zu einem eingeschränkten Gehkomfort und einer Geräuschbildung führen, ist somit eingeschränkt.
  7. Verteilen Sie die Dielen vor dem endgültigen Verlegen nach Ihrem Charakter so, dass Sie nach der Verlegung ein harmonisches Gesamtbild erhalten.

Charakteristik und Eigenschaften der Verlegevariante „Kreuzlattung“

Das Verlegen von Dielen auf einer „Kreuzlattung“ empfiehlt sich bei Neubauten, oder Unterkonstruktionen, wo vor Ort eine gewisse Höhenüberbrückung in der Unterkonstruktion benötigt wird (ab 100 UK Höhe). Die Konstruktion mit zwei Lagerholzebenen ermöglicht auch das Verwenden von zwei verschiedenen Dämmstoffen. Zum Beispiel Schüttung/Plattenwerkstoff, was wiederum eine optimale Ausnutzung der Hohlräume in Kombination von Wärme- und oder Schallschutz- Dämmung bedeutet.

Verschraubung der Dielen

purnaturdielen auf Kreuzlattung verschraubt

Bei der Verschraubung der Dielen haben Sie zwei Möglichkeiten zur Auswahl:

  1. Die Dielen verdeckt, 45° durch die Feder in die Unterkonstruktion oder
  2. Dielenverschraubung von der Oberseite in die Unterkonstruktion

Bei der zweiten Variante wird die Diele auf ca. 50% der Stärke mit einem 15mm Bohrer eingefräst, dann die Schraube eingesetzt, die Diele befestigt und später dieses „ Loch“ mit einem original Holz-Pfropfen verschlossen. Diese Technik wird ausschließlich bei Dielen über 30 cm Breite und 35 mm Stärke angewendet.

  1. Die erste Dielenreihe zur Wand parallel ausrichten. Sollte die Wand nicht im Winkel sein, so kann es hilfreich sein die eigentliche erste Reihe als letzte einzufügen und mit der zweiten Dielenreihe zu beginnen, welche dann im richtigen Winkel für die späteren folgenden Dielenreihen ausgerichtet ist.
  2. Die Diele wird mit der Nutseite zur Wand ausgerichtet. Die erste Diele sollte auf der Nutseite geheftet werden. Erst danach durch die Feder verschrauben. Alternativ kann diese Befestigung auch durch Vorbohren, wie oben unter 2 beschrieben, erfolgen. Dabei ist grundsätzlich bei der ersten und letzen Dielenreihe, so wie allen anderen Bauteilen eine Randfuge von ca.10-15 mm einzuhalten, außer man verlegt auf Fuge, dann kann auf eine Randfuge verzichtet werden, da jede Diele sich „bewegen“ kann.
  3. Die Federseite der ersten Dielenreihe wird dann bei allen Kreuzpunkten von Unterkonstruktion und Diele, schräg durch die Feder mittels einer speziellen Dielenschraube befestigt. Wir empfehlen hierfür spezielle Dielenschrauben vom Fachhandel. Bei einer Dielenstärke von 28mm - 4 oder 5x60 mm.
  4. Nachdem die erste Diele befestigt und sicher im Winkel liegt, können alle weiteren Dielen Zug um Zug verlegt werden. Falls eine Diele aufgrund der Verschraubung beim Zusammentreiben klemmt, helfen ein kurzes Dielenstück und ein Holzhammer, um Nachdruck zu verleihen. Fügen Sie die Nut und Federverbindung stets am Ende oder am Anfang der Diele und nicht in der Mitte der Diele in die vorherige Reihe ein. Eine Erleichterung ist auch, dass sofortige Fixieren der Diele sofern die Fuge so gut wie geschlossen ist. Achten Sie stets darauf, dass die Diele vollflächig auf der Unterkonstruktion aufliegt. Sollte dies nicht der Fall sein, kann dies zur Folge haben, dass es später zu Knarrgeräuschen kommt. Die weiteren Dielen werden genauso verlegt wie für die zweite Dielenreihe beschrieben.
  5. Nach dem Verlegen der Dielen und dem Verschließen (durch Einleimen) der Bohrlöcher mittels „Pfropfen“ vorsichtig, ohne Schleifspuren entstehen zu lassen, die Oberfläche plan und eben geschliffen.

Oberflächenvorbereitung, Nachschleifen

purnaturdielen® sind werksseitig geschliffen mit einer 120er Körnung. Sie werden in der Regel mit einer Miniphase produziert, damit beim Verlegen keine Kanten brechen bzw. die Dielen angenehmer zu verlegen sind. Die einzelnen Dielen werden dadurch betont, vor allem wenn diese auf Fuge verlegt werden. Einen fachgerecht verlegten purnaturdielen®-Boden müssen Sie nach dem Verlegen nicht unbedingt nochmals flächig schleifen. Es reicht eigentlich die Verunreinigungen der Verlegung zu beseitigen, die Dielen feucht abwischen und zur abschließenden Oberflächenendbehandlung eventuelle Unebenheiten plan und eben schleifen.

Oberflächenbehandlung

Wir empfehlen Produkte von Woca - Dänemark; hierzu erhalten Sie Informationen unter Oberflächenbehandlung.

Hinweise und Kontaktadressen

Wichtige Hinweise hier nochmals in Kurzform

Pur Natur Holzprodukte lagert Ihren Massivholzdielenboden gern bis zum exakten Verarbeitungstermin in einem klimatisierten Lager ein. purnaturdielen® sollten sofort nach der Entladung des LKW´s verarbeitet werden und benötigen nicht zwingend eine Akklimatisierungsphase auf der Baustelle. Es besteht eher die Gefahr einer Feuchtigkeitsaufnahme bei einer eventuellen Zwischenlagerung.

purnaturdielen® dürfen nicht im Außenbereich gelagert werden!

  • Die Produktgewährleistung schließt Reklamationen, welche durch Baufeuchte oder nicht Beachtung der genannten Punkte entstanden sind, aus.
  • Sollten Sie einen Mangel in der Eigenschaft des Produktes feststellen, Qualität, Passgenauigkeit etc., so ist dieses unverzüglich nach Feststellung zu melden. Eine Beanstandung von Dielen die sich bereits im verbauten Zustand befinden, ist ausgeschlossen.
  • purnaturdielen® werden geschliffen ausgeliefert.
  • Pur Natur Holzprodukte empfiehlt eine offenporige Oberflächenbehandlung.

Kontaktadresse

purnaturdielen®
Pur Natur Holzprodukte, Ruthard Männle e.K.

Auf der Hausmatt 6
77736 Zell a. H.

T: +49 (0) 7835 42 699 0
F: +49 (0) 7835 42 699 20
E: info@purnatur.com

Adressen unserer Netzwerkpartner:

JOCO Wärme in Form, Fon: +49 7852 / 9353 – 300, www.joco.de
Stauf Klebstoffwerke GmbH, Fon: +49 2739 / 301-0 www.stauf.de
Sika Werk, Fon: +49 711/ 800 90 www.sika.de
Pavatex GMBH Leutkirch, Fon: +49 7561 / 9855-0 www.pavatex.de
Würth, Adolf Würth GmbH & Co. KG., Fon: +49 7940 / 15-0 www.wuerth.de

 

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